Donauschwäbischer Dichter und Schriftsteller Johannes Wurtz

15/07/2019

Donauschwäbischer Dichter und Schriftsteller Johannes Wurtz

Johannes Wurtz wurde am 16. Juli 1908, vor 111 Jahren, in Waldneudorf, Tiszakálmánfalva (nach dem Ersten Weltkrieg in Budisava umbenannt) in der Batschka geboren. Nur 30 Bahnkilometer entfernt liegt die Stadt Neusatz, der kulturelle Mittelpunkt der Donauschwaben in Jugoslawien, einst Sitz des schwäbisch-deutschen Kulturbundes und des deutschen Genossenschaftswesens.

Johannes Wurtz gehört zu den fruchtbarsten und erfolgreichsten Autoren der donauschwäbischen Literaturgeschichte. Wohl kein anderer donauschwäbischer Dichter und Schriftsteller hat in so vielen deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften Jugoslawiens, Ungarns, Österreichs und der Bundesrepublik Deutschland so viele Beiträge veröffentlicht wie er.

Seine Werke strahlen das gesamte Spektrum der donauschwäbischen Literatur, von den zarten lyrischen Tönen bis zum deftigen Humor aus. Seine Werke widerspiegeln Seele, Wesen, Eigenart und Schicksal seiner Volksgruppe und seiner neuen saarländischen Heimat.

Die Gedichte von Johannes Wurtz sind poetische Ereignisse. Als Kind der pannonischen Ebene nimmt er bevorzugt seine Heimat zum Inhalt für seine Gedichte. Gedichte schreiben heißt, sich zu identifizieren, sich in eins zu setzen mit einer Landschaft, mit einer Person, einem Gegenstand, einer Menschengruppe oder einer Idee.

Das Heimatmuseum von Entre Rios besitzt von Wurtz das Buch „Zweihundert Jahre unterwegs, und von Friedrich Binder „Johannes Wurtz – Der literarische Künder donauschwäbisch-pannonischer Lebensart“, ein Buch über den Dichter und Schriftsteller.

Wo meine Wiege stand …

Wo sich wie Flurenwächter Schwengelbrunnen recken

und bis zum fernen Himmelsbogenrand

endlose Schollenäcker, Wiesenfelder stricken,

umsäumt von eines breiten Stromes Silberband,

wo hinter Maulbeergrün sich Giebel heimelig verstecken,

dort ist ein Platz … dort ist der Platz, wo meine Wiege stand.

Dort, wo wie Himmelhüter Türme wuchtig ragen,

wo bis zum blauen Himmelsbogenrand

der Ährenmeere golden Wogen sommers rauschend schlagen,

und dann zu Schwaden sinken von des Mähers Hand,

wo aus dem Klatschmohn Nachtigallen lockend schlagen,

wenn Sommerhitzehauch die Fluren kahl und braun gebrannt.

Windmühlen schaufeln dort in sanftem Flügelfluge

und knirschend leert die Gänge dann der Stein.

Mein Vater trug die Erntehoffnung hinter seinem Pfluge,

und meine Mutter zwang die Not aus Spind und Schrein.

Und wenn im frühen Herbst die Schwalbe laut zum Wanderzuge

Bereitschaft schwärmt – dann reift an fernen blauen Hängen Wein.

Das Frauenbeten, Männerfluchen, Kinderlachen

blieb Heimwehlaut, nach fernem Mutterland,

und deiner wetterfahlen Zwiebeltürme stilles Wachen

der Notzeit Stürme stets im Dauern überwand.

Und wenn auch fahre Welten rings um dich zerbrechen,

so bleibst du stehn, so wirst du sein, mein Donauschwabenland.

Johannes Wurtz


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