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05/07/2019

Zum 25. Todestag von Mathias Leh
(Klaus Pettinger)

Der Donauschwabe Mathias Leh kam am 9. März 1937 in Tomaschanzi, im ehemaligen Jugoslawien zur Welt. 29 Jahre später, am 11. Juni 1966, wählte ihn die Generalversammlung der Genossenschaft Agrária einstimmig zum Präsidenten, ein Amt, das er bis zu seinem, viel zu frühen Tod innehatte.

Am 28. Juni, vor genau 25 Jahren, nahm die ganze Gemeinde von Entre Rios fassungslos die Nachricht entgegen, dass beide – der Donauschwabe und der Präsident – ihre Pflichten unverhofft auf irdischer Ebene niederlegten.

Und es waren unzählige Pflichten und Aufgaben, die der am längsten amtierende Agrária-Präsident erfüllte, bleibende Werke, die ihm in den Bereichen des Erziehungswesens, der Kultur undder Wirtschaftsverstärkung zu verdanken sind. Auf diesen drei Säulen, Kultur, Erziehung und Wirtschaft, baute er die Entwicklung von Entre Rios aus, die er seit Beginn seiner Amtszeit in Angriff nahm und deren Wichtigkeit er bis in die letzten Tage seines Lebens hervorhob.

Der donauschwäbischen Gemeinde von Entre Rios und der Agrária, widmete Mathias Leh rund die Hälfte seines Lebens. Auch wenn er sein Leben lang unter Kurzsichtigkeit zu leiden hatte, so brachte ihm seine Weltanschauung wirtschaftliche, strategische und kulturelle Weitsicht.

Das Getreide gewinnbringend zu ernten war wichtig, aber Weizen in Mehl, Gerste in Malz und Sojabohnen in Öl zu veredeln, war schon damals die Zukunft – und ist heute unsere Gegenwart. Die donauschwäbische Kultur und die deutsche Sprache zu beherrschen war selbstverständlich, aber beide zu verewigen und den neuen Generationen weiterzugeben, ist unser gegenwärtiges und zugleich in die Zukunft gerichtetes Ziel.

Die Fähigkeit, Hilfe zu erbitten, sei es aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus dem brasilianischen Bundesland oder selbst von den Mitstreitern in der Agrária oder Zuhause, galt gleichzeitig als Talent und als eine seiner hervorstechendsten Besonderheiten, neben seiner unübertroffenen Überzeugungskraft zur Erhaltung und zum Aufbau der Siedlung Entre Rios.

So zeigte sich schon bald ein beachtliches Entwicklungsniveau der Siedlung und löste Bewunderung bei Besuchern von Nah und Fern, bei Einwohnern, bis hin zum Staatspräsidenten aus. Alle wollten die donauschwäbische Kultur kennen lernen, Auftritte unserer Musikanten, Sänger, Tänzer und Schauspieler sehen und hören.

Von der Lagereinheiten bis zur Mälzerei, von der Forschungsstation bis zur Leopoldina-Schule, vom Krankenhaus Semmelweis bis zum Kulturzentrum, vom Jugendheim und Jugendcenter bis zum neuen Verwaltungsgebäude und der Pfarrkirche St. Michael: Mathias Leh lebt weiter in seinen bis heute noch sichtbaren Werken.

Wenige Tage vor seinem Tod sprach Mathias Leh zum letzten Mal zu seinen Landsleuten in einem Interview mit dem „Jornal de Entre Rios“: „Haltet zusammen!“, sagte er. „Haltet zusammen in den Familien und in der Gemeinschaft der Siedler! In der Gemeinschaft, im Zusammenhalt, lässt sich alles ertragen, lässt sich allem entgegentreten. Ehrt und liebt unsere neue Heimat Entre Rios, die unter so vielen Opfern aufgebaut worden ist“.

Mathias Leh gelang es, in fast drei Jahrzehnten, das Selbstvertrauen der Siedler zu steigern, sodass sich Entre Rios seine eigene Anziehungskraft verschaffte. Eine Kraft, die im Wörterbuch des Herzens üblicherweise als Heimat beschrieben wird. Eine bleibende Heimat für alle kommenden donauschwäbischen Generationen.


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