Gegenwärtig umfasst die Sammlung des Heimatmuseums von Entre Rios etwa 9.000 Objekte, außerdem 40.000 Fotografien und 80.000 historische Dokumente. Dieses reiche Erbe zeugt von einem Teil der Geschichte der Donauschwaben von Entre Rios und hilft uns, diese Geschichte in unseren Wechsel- und Dauerausstellungen zu erzählen. Die Bewahrung des Kulturerbes der Donauschwaben erfolgt auf unterschiedliche Weise und beinhaltet folgende Elemente:

eine Museumssammlung, die aus Spenden donauschwäbischer Familien aufgebaut wurde.

eine fotografische Sammlung, die aus offiziellen Unterlagen der ‚ÄěSchweizer Europahilfe‚Äú und der Genossenschaft Agr√°ria, aus Originalfotos und Reproduktionen von donauschw√§bischen Familien aus Entre Rios sowie Fotonegativen besteht.

eine multimediale Sammlung von Tonaufnahmen mit Interviews mit Pionieren und Filmen.

eine Dokumentensammlung mit persönlichen und institutionellen Dokumenten, Karten und Grundrissen.

eine bibliographische und historische Referenzsammlung, bestehend aus B√ľchern, nationalen und internationalen Zeitschriften, Diplomarbeiten und Dissertationen √ľber die Geschichte der Donauschwaben in Paran√° und in der Welt

F√ľr weitere Informationen √ľber die Sammlungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an das Fachpersonal des Museums: museu@agraria.com.br.

Historische Objekte

In diesem Bereich stellen wir einige der im Museum von Entre Rios ausgestellten historischen Objekte vor, die Teil der Dauerausstellungen sind und zum Verständnis des Lebens in der Gemeinde beitragen.

Honigschleuder

Caixas de Transporte

Dieses Gerät wurde im Jahr 1865 vom italienischen Major Francesco de Hruschka in Venedig erfunden und auch die Donauschwaben nutzten diese italienische Erfindung. Die Honigschleuder, die im Heimatmuseum von Entre Rios ausgestellt ist, wurde zu Beginn der Besiedlung des Bezirks aus Holz gefertigt.

Die Schleuder besteht aus einer Trommel, einem Wabenkorb f√ľr die Honigwaben und einem Ablauf, durch den der Honig l√§uft. Die Waben werden in den Korb gelegt und von Hand geschleudert (die modernsten werden bereits elektrisch angetrieben). Der Honig flie√üt an der Innenseite der Trommel durch den Ablauf ab.

Honig wurde in jeder donauschw√§bischen Familie verwendet. 1951/52, als die ersten Einwanderer in Entre Rios ankamen und noch in Gemeinschaftsbaracken lebten, gab es jeden Tag zum Fr√ľhst√ľck Brot mit Honig. Wegen seiner medizinischen Wirkung nahm man bei jeder Erk√§ltung oder Grippe einen L√∂ffel Honig zu sich.

Das Bienenwachs wurde mit einer hausgemachten Ringelblumensalbe vermischt und als Heilmittel f√ľr Hautkrankheiten, Verbrennungen und Verletzungen verwendet, und nat√ľrlich fand der Honig in der donauschw√§bischen K√ľche, in Kuchen, Torten, Pl√§tzchen, Keksen und Honigbrot sowie im Weihnachtsgeb√§ck breite Verwendung.

Kessel und Wurstspritze

Caixas de Transporte

Der Kessel und die emaillierten Beh√§lter f√ľr Schmalz wurden in den ersten Jahren des Aufbaus von Entre Rios benutzt. Das Schmalz wurde haupts√§chlich in der K√ľche verwendet, aber auch zur Konservierung von Schweinefleisch, da es damals noch keinen Strom gab. Das Fleisch wurde gebraten und dann in emaillierte Beh√§lter gelegt, √ľber die dann das geschmolzene Schmalz gegossen wurde, daher der Name ¬Ąeingebratenes Fleisch¬ď.

Mit der Wurstspritze wurden die D√§rme, die zuvor von den Gro√üm√ľttern mit Hilfe der Kinder gut gewaschen worden waren, mit einer Fleischmasse bef√ľllt, die mit Knoblauch, Salz, Pfeffer, Paprika und Zwiebeln gew√ľrzt wurde. Die Wurstspritze stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Auswanderungskisten

Caixas de Transporte

Kisten f√ľr den Transport von Gegenst√§nden waren am besten f√ľr die Auswanderung oder Einwanderung geeignet. Mit den 500 Familien, die 1951 und 1952 im Rahmen des Ansiedlungsprojekts von Entre Rios aus Europa auswanderten, kamen auch 3.643 Auswanderungskisten. Und was brachten die Donauschwaben in ihren 85 x 60 x 60 cm gro√üen Kisten mit?

Die Auswanderungskisten waren voll mit Werkzeugen, K√ľchenutensilien, Kleidung, N√§hmaschinen, B√ľgeleisen, Fahrr√§dern, Radios, Holzofen, Glauben, Gemeinschaftssinn und Hoffnung auf einen Neuanfang. Jede einzelne Kiste durfte nicht mehr als maximal 80 Kilogramm wiegen und mit Holzschrauben befestigt werden. Kisten mit zugenagelten Deckeln wurden nicht angenommen. Sie mussten mit zwei belastbaren Handgriffen versehen werden und alle mussten mit Farbe, Nummer und dem Namen des Familienoberhaupts gekennzeichnet werden.

Viele dieser Auswanderungskisten dienten als Regale und Schr√§nke zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und K√ľchenutensilien, denn im ersten Jahr, als die H√§user in Gemeinschaftsarbeit gebaut und unter den Familien ausgelost wurden, waren sie bereits leer und halfen sehr bei der Anfangsorganisation.

"Blutzer"

Caixas de Transporte

Ein Blutzer ist ein bauchiges irdenes Gefäß mit einem verengten Hals. Löcher im hohlen Griff hatten die Funktion, das Trinken aus dem Schnabel zu ermöglichen.

Die Bauern nahmen den Blutzer mit aufs Feld, zum Ackern und in den Schnitt. Das gro√üe Steingutgef√§√ü hielt das Brunnenwasser l√§nger k√ľhl als Glasflaschen. Der Blutzer (mit einem Fassungsverm√∂gen bis zu 10 Litern) wurde meist auf Jahrm√§rkten gekauft. Es gab auch kleine Blutzer-Gef√§√üe. Sie wurden Pflitzerli gennant.

Flaschenschließer

Caixas de Transporte

Dieser Flaschenschließer, der im Heimatmuseum von Entre Rios ausgestellt ist, wurde in den 50er und 60er Jahren benutzt.

Wie bewahrten fr√ľher die Donauschwaben ihren Wein oder Schnaps, aber auch Obstsaft, eingekochtes Tomatenmark und Speise√∂l auf? Richtig: in Glasflaschen. Denn diese sch√ľtzten die Getr√§nke vor dem Eindringen von Fremdstoffen und vor Verdunstung. Luftdicht verschlossen wurden die Flaschen mit einem Kronkorken, einem kreisf√∂rmigen Blechst√ľck. F√ľr den Verschluss bediente man sich eines Flaschenschlie√üers.

Patschker & Schlappe

Caixas de Transporte

Was ist ein Patschker? In den ¬ĄWortkundlichen Studien¬ď von Anton Scherer kann man nachlesen: ¬ĄPatschker ist ein absatzloser rinds- oder schweinslederner Schuh mit einer dicken Sohle. Geschlossen wird er auf dem Oberleder mit einem Riemen oder einer Schnalle. Urspr√ľnglich haupts√§chlich beim Ackern getragen. Sp√§ter √úbertragung auf leichten Hausschuh.¬ď

Im ¬ĄW√∂rterbuch der donauschw√§bischen Bekleidungsgewerbe¬ď von Hans Gehl hei√üt es: ¬ĄNeue Lederpatschker wurden mit Fett eingerieben, damit sie Wasser absto√üend und haltbarer wurden. Die allgemeine Verbreitung dieses Schuhwerks lie√ü den Spitznamen Patschkeschwowe aufkommen.¬ď

Als praktisches Schuhwerk wurden Lederschlappen in der b√§uerlichen Tracht mit Wollstr√ľmpfen sowohl bei der Arbeit als auch im Hof und von M√§nnern sogar zum Tanz angezogen. Daf√ľr steht der Ausdruck Schlappeschwowe f√ľr die b√§uerliche Bev√∂lkerung und das im Banat verbreitete Lied: ¬ĄMei Hans, der tanzt in Schlappe,/in Schlappe tanzt mei Hans./Un tanzt er net in Schlappe,/so is es net mei Hans.¬ď

Lei de Incentivo à Cultura

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